27.08.2026 · Praxis · von Thorsten Haymann

BEM-Maßnahmen: Konkrete Beispiele für Arbeitsplatz und Arbeitszeit

BEM-Maßnahmen sind keine Standardliste, die einfach abgearbeitet wird. Sie entstehen aus der konkreten Arbeitssituation und werden gemeinsam mit der beschäftigten Person vereinbart.

Arbeitsplatz und Arbeitsorganisation

In Betracht kommen zum Beispiel ergonomische Anpassungen, technische Hilfsmittel, eine Veränderung von Arbeitsabläufen, die zeitweise Entlastung von besonders belastenden Aufgaben oder eine andere Aufgabenverteilung im Team. Entscheidend ist, was die Arbeitsfähigkeit im konkreten Arbeitsumfeld verbessert.

Arbeitszeit und Belastungsaufbau

Eine vorübergehende Anpassung von Lage oder Umfang der Arbeitszeit kann ebenso helfen wie ein schrittweiser Belastungsaufbau. Die stufenweise Wiedereingliederung ist dabei ein eigenständiges Instrument mit medizinischer Begleitung; sie kann sinnvoll mit einem BEM abgestimmt werden, ist aber nicht mit ihm gleichzusetzen.

Zusammenarbeit und Kommunikation

Manchmal liegt der wirksamste Hebel nicht am Schreibtisch, sondern in der Zusammenarbeit: klare Prioritäten, planbare Vertretungen, angepasste Übergaben, feste Feedbacktermine oder eine vorübergehende Entlastung in Konfliktphasen. Solche Maßnahmen sollten ohne Offenlegung medizinischer Gründe funktionieren.

Externe Leistungen und Hilfen

Je nach Fall können Betriebsarzt, Rehabilitationsträger oder Integrationsamt relevant werden. Ihre Einbindung braucht einen klaren Anlass und die Zustimmung der beschäftigten Person. Im BEM wird nicht über sie entschieden, sondern gemeinsam geprüft, ob Unterstützung in Betracht kommt.

Maßnahmen überprüfbar formulieren

„Arbeitsplatz anpassen” ist zu ungenau. Besser: Wer veranlasst was bis wann? Woran wird erkennbar, ob die Maßnahme hilft? Und wann sprechen die Beteiligten wieder darüber? Diese Klarheit schützt davor, dass gute Ideen folgenlos in der Akte liegen bleiben. Wie sich solche Maßnahmen bereits im Erstgespräch vorbereiten lassen, zeigt der Beitrag BEM-Gespräch vorbereiten.

Für wiederkehrende Fälle helfen vordefinierte Abläufe und eine strukturierte Maßnahmenübersicht. Das lässt sich im BEM-Verfahren festlegen und mit BEMPilot im Alltag nachhalten.

Über den Autor

Thorsten Haymann begleitet Unternehmen bei der Durchführung und Gestaltung des Betrieblichen Eingliederungsmanagements. Er verfügt über langjährige Führungs- und Personalerfahrung und hat sich in BEM, Arbeitsrecht und Datenschutz weiterqualifiziert.

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Maßnahmen nicht nur vereinbaren, sondern umsetzen

Ein klarer BEM-Prozess verbindet gute Gespräche mit verlässlichem Nachhalten.

Dieser Beitrag ersetzt keine rechtliche Beratung im Einzelfall und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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